Erfahrungen und Tipps eines Nischenseiten-Betreibers

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Ich möchte hier im Blog nicht nur meine eigenen Erfahrungen, Beispiele und Tipps zeigen, sondern auch andere zu Wort kommen lassen.

Deshalb spreche ich heute mit Steffen, der selber eine Hand voll Nischenseiten betreibt.

Im folgenden Interview schildert er wie er angefangen hat, welche Erfahrungen er gemacht hat und worauf man achten sollte.

Erfahrungen und Tipps eines Nischenseiten-Betreibers

Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Meinung, aber auch eventuelle Fragen in den Kommentaren hinterlassen würdet.

Hallo Steffen. Bitte stell ich dich meinen Lesern vor.

Ich bin Steffen, bin 28 Jahre alt und gelernter Elektroniker. Ich beschäftige mich schon seit ca. 6 Jahren mit dem Internet und dem Web 2.0 und habe schon eine Hand voll Projekte selbst im Internet gestartet. Diese Projekte bescheren mir zum Teil sehr gute Einkünfte (Provisionen). Die Hauptbereiche sind Kreditvermittlung und Gesundheit/Diäten. Viele von euch fragen sich jetzt bestimmt, „ach schon wieder so ein Kreditvergleich im Internet“ – da muss ich selbst schmunzeln , aber es sind nicht „nur“ irgendwelche Kreditvergleiche, die es zigweise im Netz gibt, sondern das Zauberwort heisst hier „Long-Tail“.

Im Oktober letzten Jahres habe ich mich dann entschlossen eine eigene Internetagentur zu eröffnen und habe mein unbefristetes Arbeitsverhältnis gekündigt. Seit dem helfe ich Firmen, Vereinen und auch Privatpersonen deren Webseiten zu optimieren, um die Sichtbarkeit zu erhöhen und die Rankings zu verbessern. Ich würde meine Agentur nicht als reine SEO-Agentur bezeichnen, da ich neben der Suchmaschinenoptimierung auch Webdesign und Marketing (Printmedien & Mediengestaltung) als Leistung anbiete.

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Wie bist du zu Nischenwebsites gekommen und welche Erfahrungen hast du bisher sammeln können?

Ich war (wie wahrscheinlich die meisten) auf der Suche nach einer Art Nebenjob im Netz, und wie man dort Geld verdienen kann. Auf dieser Suche bin ich über den Begriff „Affiliate Marketing“ gestoßen, in diesem Moment wollte ich mehr darüber erfahren und habe mir diverse Bücher bestellt und mich in themenrelevanten Foren rumgetummelt und mir so ein gewisses Grundwissen des Affiliate Marketings angeeignet und die ersten Projekte gestartet.

Wie gehst du an die Erstellung einer neuen Nischenwebsite heran? Wie findest du profitable Keywords bzw. das Thema der Nischensite?

Ich suche mir als erstes die passende Nische aus. Eine Nische finde ich am einfachsten, indem ich mich umhöre. Achte auf Neuigkeiten, sehe Nachrichten und ermittle dann den Wettbewerb mit Hilfe diverser Tools. Die passenden Keywords finde ich am besten bei Google`s Keyword Planner (ehemals Keyword Tool) heraus. Das Hauptaugenmerk liegt hier in den Long-Tail-Keywords. Den Wettbewerb wird mir mit diesem Tool auch gleich angezeigt.

Schreibst du deine Texte selbst und wenn ja, auf was achtest du dabei?

Ja, ich schreibe selbst. Ich nehme mir hierfür sehr viel Zeit und achte vor allem auf die Grammatik und die Rechtschreibung, denn das ist für gute Texte schon mal die halbe Miete. Plattformen, bei denen man Texte kaufen bzw. sich schreiben lassen kann, kommt für mich nicht in Frage, da ich den Lesern meiner Projekte nichts (ich nenns mal) „Manipuliertes“ vor die Nase setzen möchte, sondern von mir originell selbst verfasste Texte. Natürlich achte ich hierbei darauf, die Keywords mit einzubringen, aber in erster Linie, wie erwähnt, achte ich auf die korrekte Schreibweise.

Wie sieht es mit SEO und Linkaufbau aus? Welche Maßnahmen sind da deiner Meinung nach wichtig?

Meiner Erfahrung nach ist das allerwichtigste Kriterium in Sachen SEO der Inhalt. Wer gute Texte bzw. Inhalte veröffentlicht hat schon fast gewonnen. Zudem sollte bei der Erstellung des Projektes auf eine ordentliche Struktur und interne Verlinkung geachtet werden. Wer sich das Whitepaper von Google anschaut und diese Dinge beachtet, hat dann bereits ein gewisses Grundgerüst der SEO geschaffen.

Zum Thema Linkaufbau kann ich sagen, dass hier die Zukunft im Content Marketing liegt. Hier liegt speziell das Augenmerk auf „Themenrelevanz“. War es früher noch möglich mit High PR Backlinks gute Positionen zu erreichen, können diese heute nutzlos oder sogar schädlich für das Projekt sein. Social Bookmark Portale sind unlängst tot und sollten gemieden werden. Ich habe vorsichtshalber größtenteils Links dieser Portale entfernen lassen. Ich selbst nutze hauptsächlich eine Linkbuilding Agentur für meine Projekte. Mit dieser Agentur habe ich bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Das tolle daran ist der Mix, der angeboten wird. Dabei sind Contentlinks, Webkatalog-Einträge und Freeblogs und ich werde individuell beraten, was zu welchem Projekt eher passen könnte.

Welche Tools nutzt du für den Aufbau und die Vermarktung deiner Nischensite(s)?

Ich nutze zur Keywordanalyse das kostenlose Tool von Google, den Keyword Planner, um die passenden Keywords und den Wettbewerb zu analysieren. Zur Auswertung der Maßnahmen und Analyse des Projektes nutze ich das Tool von Xovi. Dieses Tool ist eine günstige Alternative zu Sistrix. Zwar ist Xovi nicht ganz so mächtig wie Sistrix, aber für die Überwachung meine Projekte reicht es alle mal aus. Zudem ist bei Xovi ein Linküberwachungstool gleich mit inbegriffen, um die eingehenden Links zu überwachen. Ich kann mit Xovi sogar WhitePaper Reporte erstellen und meinen Kunden eine detailierte Auswertung zu den Maßnahmen geben. Was mir an diesem Tool auch noch sehr gut gefällt ist das WDF * IDF Tool*.

*Edit: „Die WDF * IDF Analyse sucht bei der von Ihnen gewählten Suchmaschine nach dem Such-Keyword, und untersucht die Seiteninhalte der Top-Ergebnisse. Sie findet Keywords, die diese Seiten gemeinsam haben, also wahrscheinlich mit Ihrem Such-Keyword thematisch verwandt sind. Die Referenz-URL und eventuell eingegebene zusätzliche URLs werden nach der gleichen Methode analysiert. Durch den Vergleich der Ergebnisse kann man auf den eigenen Seiten fehlende Keywords finden.“ Quelle: Xovi

Was sind deiner Erfahrung nach die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Nischenwebsites?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach die Analsyse, die ganz am Anfang genau gemacht werden sollte. Der Wettbewerb, bzw. die Konkurrenz muss hierbei genau unter die Lupe genommen werden, um dann zu ermitteln ob es sich um eine Nische handelt oder nicht. Der größte Faktor ist somit, wie im Handel üblich, die Angebot und Nachfrage Regel, die besagt, dass die optimalste Marktlage „wenig Angebot“ aber „viel Nachfrage“ darstellt. Übersetzt in eine Nischenwebsite bedeutet das, „wenig Wettbewerb“ aber „viele Suchanfragen“. Der zweite Erfolgsfaktor ist meiner Meinung nach, wie oben schon erwähnt, die Verfassung origineller und guter Texte. Dem Suchenden soll genau das geboten werden, wonach er sucht. Wenn man dieses Ziel erreicht, erhält man von Google hierfür die Belohnung – gute Rankings.

Welche Fehler sollte man dagegen vermeiden?

Ein absolutes No-Go ist das Kopieren von Texten anderer Webseiten. Dieses sollte man auf jeden Fall unterlassen. Man kann andere Webseiten natürlich dazu nutzen, um Informationen zu sammeln um dann die eigenen Texte zu verfassen, aber keinesfalls eins zu eins kopieren. Ein weiterer großer Fehler, den viele Anfänger machen und welchen ich zu Beginn auch schon gemacht habe, ist der, dass zu viele Links auf einmal angelegt bzw. gesetzt und falsche Linktexte verwendet werden. Als ich anfing Nischenwebseiten zu erstellen, habe ich viele Links mit dem Hauptkeyword angelegt. (So hatte ich es gelernt) Diese Maßnahme katapultierte mein Projekt nach oben, aber so schnell ich aufgestiegen bin, bin ich auch wieder gefallen. Google liebt Links, aber noch mehr liebt Google natürliche Links. Wenn man also nun anfängt extrem viele „Keyword-Links“ zu erstellen läuft man Gefahr, dass Google dies als ein „Muster“ erkennt und abstraft. Google mag keine Muster! Deshalb mein Fazit, Keyword-Links sind ok, aber man sollte es nicht übertreiben und auch immer wieder „nur“ die Domain verlinken. Zudem sollte man beim Linkbuilding darauf achten, nicht zu schnell und zu viele Links zu setzen. Linkbuilding ist eine fortlaufende Prozedur. Setze dir ein Limit, wieviel Links du pro Woche setzen möchtest und halte dieses Limit ein. Wenn dein Projekt gut ist, wirst du in Zukunft auch ganz natürliche Links hinzu bekommen.

Wie intensiv pflegst du deine Nischensite(s) und was macht du da genau?

Ich baue die Nischenseite komplett auf und erstelle dazu ca. 5-10 Unterseiten. Diese melde ich dann in meinem Webmastertool von Google an, lade eine Sitemap hoch und warte bis die Seite vollständig indexiert ist. Dann füge ich etwa alle 3-4 Wochen einen neuen Artikel hinzu, in welchem ich über eine Neuigkeit berichte, um das Projekt aktuell zu halten. Zudem kümmere ich mich fortlaufend um den Linkaufbau. Ich setze ca. 5 neue Links im Monat und achte dabei auf eine gewisse Aufteilung: Contentlinks, Webkatalog-Einträge, Blog-Kommentare oder erstelle einen themenrelevanten FreeBlog.

Ein kurzer Blick zurück. Hast du bei der NSC 2012 mitgemacht? Wie lief es damals für dich und was hat es dir gebracht?

Ich habe leider nicht gemacht, aber mit Spannung verfolgt.

Wie siehst du die Zukunft für Nischenwebsites?

Nischen wird es immer wieder geben. Die Herausforderung, diese zu finden und zu besetzen wird zwar immer größer, aber es wird immer wieder irgendwo eine Nische auftauchen.

Bist du diesmal bei der Nischenseiten-Challenge wieder dabei?

Ja ich bin dabei und freue mich schon darauf.

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7 Gedanken zu „Erfahrungen und Tipps eines Nischenseiten-Betreibers“

  1. Hey Steffen, wenn Du davon sprichst, dass Du eine Linkbuilding Agentur beschäftigst, wie groß sind deine Projekte? Es muss ja das Kosten/Ertragsverhältnis stimmen? Sind das noch Nischenseiten?

    1. Hallo Constantine,
      die Frage ist, wie definierst du eine Nische? Eine Nische ist für mich ein Markt, der wenig Wettbewerb, aber eine hohe Nachfrage hat. Es kann auch eine Nische sein, wenn bereits Wettbewerb besteht, aber die Nachfragenden nicht befriedigt werden. Deshalb sollte man auch immer die Wettbewerber, wie im Interview erwähnt, unter die Lupe nehmen und nachsehen ob sie das dem Suchenden bieten, was er verlangt. Ich habe ein Projekt, welches mir durchschnittlich 3.000 – 4.000 Euro im Monat Einnahmen beschert. Dieses Projekt ist zwar keine Nische, da es auch Konkurrenten gibt, aber hier lohnt es sich ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Dieses Projekt arbeitet mit Long-Tail-Keywords mit 200 bis 500 Suchanfragen im Monat, jedoch ist der Traffic, der mit diesen Keys reinkommt Gold wert, was sich in der Conversion Rate von 14% widerspiegelt. Von daher sind auch 200 – 300 Euro für Linkbuilding für dieses Projekt locker drin. Gute Links kosten heute mehr, dafür bringen Sie auch mehr! Nicht mehr Quantität zählt, sondern Qualität. Themenrelevanz heisst das Zauberwort!

  2. Danke für den Beitrag. Was mich interessiert ist, wie man gerade bei Nieschen, welche nur von sehr wenige Affiliate-Partner unterstützt werden, mit direkten Affiliate-Programmen der Hersteller umgehen sollte. Diese unterliegen meiner Meinung nach zum Teil sehr harten Regelungen, so dass man fast dazu gezwungen wird nur positiv über die Produkte zu schreiben. Klar sollte es im eigenen Interesse liegen, gut zu schreiben aber auch Nachteile nennen zu dürfen. Dies könnte dann aber vom Hersteller als negative Werbung angesehen werden und laut Affiliate-Programmbestimmung die Löschung verlangen. Andererseits kommt man ohne das Partnerprogramm nur schwer an Bilder, Banner und vor allem angemessene Provisionen ran. Zudem kann man ja nicht für 100 Produkthersteller jedes mal einen neuen Partnervertrag abachließen. Danke für Deine Antworten.

    1. Dazu kann ich sicher auch was sagen.

      Das ist ein grundsätzliches Problem. Natürlich möchten Partnerprogramm-Anbieter nicht unbedingt, dass negativ über ihre Produkte berichtet wird.

      Es kommt natürlich auf den Anbieter an. Amazon z.B. stört es sicher wenig, wenn ein Produkt nicht so gut wegkommt und dafür ein anderes empfohlen wird.

      Man sollte aber bei kleineren Programmen vermeiden nur noch reine Werbung zu betreiben. Das kommt bei den Lesern nicht gut an und natürlich merken die das dann auch.

      Wenn man sich an Fakten hält, also z.B. die Features mehrere Produkte vergleicht, dann kann man sicher auch ohne Ärgern seitens des Partnerprogramm-Anbieters ein Produkt besser finden als ein anderes.

    2. Hallo Chris!
      Das ist natürlich richtig. Ich würde ja keine Nischenseite über ein Produkt erstellen, von dem ich nichts halte und negativ berichte. Eine Nischenseite im Affiliatemarketing soll ja das Produkt um das es geht bewerben, da bringt mir eine negative Bewertung sicherlich wenig und auch keine Einnahmen. Pros und Contras zu nennen, ist sicherlich auch wichtig, nur sollten die Contras die Pros nicht übertreffen.
      Wenn du 100 Nischenseiten zu unterschiedlichen Themen hast, wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, jeweils einen Vertrag abzuschließen. Aber die großen Affiliate Netzwerke haben das ja recht gut gelöst. Du meldest deine Werbefläche an (Domain) und bewirbst dich für die Partnerprogramme, das ist relativ einfach und geht auch recht schnell. Wenn du gute Inhalte hast, wirst du auch angenommen werden.

  3. Danke fuer die interessanten Einblicke! Mich interessiert mit welchem Linkbuilding Anbieter Du gute Erfahrungen gemacht hast. Wuerde mich ueber ein paar Tipps hier oder per Mail freuen. Danke!

    1. Hallo Tobias,

      ich habe gute Erfahrungen mit Proentry.de & Teliad.de gemacht. Du kannst die Links sehr schön verfeinern und hast eine schöne Auswahl an Blogposts, Free Blogs, Contentlinks, … usw.

      Grüße
      Steffen

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