Nischenseiten-Tipps & Vorgehensweise – Interview mit Martin Mißfeldt Teil 2

eAssistentinWerbung

Im ersten Teil des Interviews, welches auf selbstaendig-im-netz.de erschienen ist, hat Martin schon reichlich aus dem Nähkästchen geplaudert.

In diesem zweiten Teil des Interviews gibt es weitere Einblicke und ihr erfahrt unter anderem, wie Martin SEO und Vermarktung seiner Nischenwebsites angeht.

Viel Spaß damit.

Zu den Nischenseiten-Challenge-Artikeln von Martin.

Du bist als Bilder-SEO-Experte bekannt. Wie viel Zeit und Aufwand investierst du in Suchmaschinenoptimierung? Nutzt du immer dieselben OnPage Maßnahmen und was machst du OffPage?

Schwierige Frage. Ich nutze für den Aufbau von neuen Projekten grundsätzlich die Möglichkeiten des Bilder-SEO. Die sind vielfältig.

Zum einen erstelle ich natürlich selber Bilder. Ich schaue mir vorher die Keywords an und versuche solche Bilder zu erstellen, die in den Suchergebnissen fehlen. Oder wo man weiß, das kann ein Eyecatcher werden, wenn man so ein Bild erstellt.

Dann lasse ich erst mal ein paar Tage oder auch Wochen ins Land streichen und fange dann an, die Bilder auch OffPage zu optimieren, indem ich sie in anderen Zusammenhängen wieder benutze.

Die Anzahl vorhandener Bildkopien oder Hotlinks ist tatsächlich ein wichtiger Faktor fürs gute Ranking von Bildern. Deshalb versuche ich das gezielt zu steuern.

Ich hoffe, dass jetzt keiner von Google mitliest, weil in gewisser Weise ist es natürlich eine Form von Manipulation. Aber wenn man, so wie ich, ein kleines Content-Netzwerk hat, dann macht es Sinn, wenn ich jetzt zum Beispiel eine Grafik eines Mikroskops auch in einem passenden Artikel auf der Brillen-Seite einbinde.

Und so gibt es vielfältige Möglichkeiten meine eigenen Bilder in anderen Kontexten zu zeigen. Damit komme ich dann eben mittelfristig auch weit nach vorne.

Was die OnPage-Optimierung der Bilder betrifft, halte ich mich im Wesentlichen an die Standards, die ich auch öffentlich gemacht habe in meinem Bilder-SEO-eBook.

Das heißt, der umliegende Text ist wichtig, der Dateiname ist wichtig, der Alt-Text ist wichtig und eine Bildunterschrift ist sehr wichtig.

Wenn man diese vier Punkte beachtet, dann ist das mehr als die halbe Miete.

Alles andere ist dann Feinschliff, aber wenn man diese Keyword-Relevanz beachtet, dann kommt man mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich in die Top 20 oder 30, je nachdem wie umkämpft das Keyword ist.

Ich suche mir keine Keywords wie Marilyn Monroe oder Johnny Depp aus, weil ich weiß, dass es extrem schwierig wäre.

Aber gerade in Nischenbereichen wird das ganze Thema Bilder-SEO extrem vernachlässigt. Kein Mensch kümmert sich drum. Die ganzen Nischen-SEOs bestellen irgendwelche Texte und für Bilder haben sie gar keine Lust Geld auszugeben. Deshalb kann man damit natürlich schon einiges erreichen.

Das erinnert mich an das aktuelle Urteil zur Bilddatenbank Pixelio. Ich hatte auch schon mal eine Abmahnung wegen einem Bild und die Urheberrechtsprobleme schwingen bei Bildern ja immer mit. Nutzt du nur eigene Bilder oder wie gehst du da auf Nummer sicher?

Ich nutze auch noch andere Bilder, würde aber dringend empfehlen, das vorher genau zu recherchieren.

Zum Beispiel sind die Bilder aus der Wikimedia zum großen Teil tatsächlich frei nutzbar. Das betrifft insbesondere all die Bilder, bei denen die Urheber seit mindestens 70 Jahren tot sind. Historische Bilder darf man in aller Regel ohne Probleme nutzen.

Ansonsten kann man natürlich auch im Internet recherchieren und wenn man was interessantes findet, kann man die Leute schnell und unkompliziert kontaktieren. Ich kriege am Tag ein bis zwei Anfragen rein, die ich fast alle durchwinke und sage: „Ja, das Bild dürft ihr gerne benutzen.Ich freue mich, wenn ihr einen Backlink auf mein Bild setzt“ und das war’s.

Geld für die Bildbenutzung nehme ich eigentlich nur von Schulbuchverlagen. Die meisten Anfragen sind tatsächlich eher aus dem privaten Bereich. Wenn jemand ein Bild gerne nutzen würde, empfehle ich dieser Person einfach mal zu schreiben und zu sagen: „In dem und dem Zusammenhang will ich es benutzen. Ich setze einen Link auf dich als Autor oder ich erwähne dich als Autor.“ Dann sind die meisten eigentlich schon einverstanden.

Also nicht die Google-Bildersuche nutzen und von dort Bilder nehmen?

Nein, nein, nein, nein. Da muss man schon aufpassen.

Es gibt natürlich Graubereiche, wo ich mir manchmal selber ein bisschen unsicher bin. Wenn man z.B. ein Bild als Ausgangsmaterial nimmt und was komplett Neues erschafft. Da wird es dann kniffelig und schwierig.

Bisher ist aber noch nichts passiert und ich habe einen Super-Anwalt. 🙂

Wenn man mit Bildern im Internet arbeitet, wandelt man man immer ein wenig auf Messers Schneide.

Kommen wir zur Vermarktung. Machst du außer SEO noch sonst irgendwas, z.B. im Bereich Social Web? Du hattest da ja mit einer Infografik gute Erfolge.

Das war diese Google-Glass Geschichte. Das war natürlich ein Glücksfall, wie ich überhaupt sagen muss, dass es meistens einfach Glück ist.

Klar hoffe ich, dass das viele Leute interessiert, aber ich stecke nicht so viel Kraft und Zeit in das Seeding, sondern ich launche das Ding und ich schicke es vielleicht an drei, vier Leute oder so und teile es über Social Media.

Dann finden sich Leute, die es weiter teilen oder eben auch nicht. Manchmal muss man einfach nur warten, bis es bei Google gefunden wird und dann finden die Leute über Google den Inhalt, der dann tatsächlich einschlagen kann.
Ich habe natürlich meine eigenen Kanäle, wenn ich solche Projekte promote. Das ist so ein bisschen zweischneidig, weil es ja eine Form von Online Marketing ist. Die Leute, die mir folgen, erwarten eigentlich was anderes.

Auf der anderen Seite sind meine Projekte authentisch. Das heißt, die Bilder sind von mir, die Texte sind von mir. Das gehört zu meinem Leben dazu. Insofern glaube ich, dass es viele Leute akzeptieren, wenn ich diese Dinge dann über meine Social Media Kanäle teile.

Für die Brillen-Seite habe ich versucht eine Facebook Fanpage anzulegen, aber letztlich investiere ich da nicht viel Zeit rein.
Was ich grundsätzlich bei allen Projekten mache, ist ein eigener YouTube-Kanal. YouTube ist ein sehr interessantes Instrument und da erreicht man viele Leute. Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wenn man Videos für bestimmte Bereiche hat. Selbst wenn die dann nur 100 oder 200 Klicks haben, aber das sind dann eben die Klicks von den Leuten, die auch wirklich interessiert sind.

Wenn man dann einen Link zur eigenen Website unter dem Video oder im Video drin hat, dann nutzen die Leute das auch. Das ist ein sehr sinnvolles Social-Media-Element.

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Erfolgsfaktoren, um eine neue Nischenwebsite erfolgreich zu machen?

Schauen, was bildermäßig in dem Bereich geht.

Dann natürlich gut geschriebene Inhalte, die einen wirklichen Nutzen für die Leute bieten.

Es kann mit Sicherheit nicht schaden, dass man Social-Media-Kanäle hat, über die man gerade in der Startphase Inhalte streut.

Zum Thema Link-Building werde ich in meinem Blog noch ein bisschen schreiben. Irgendwie mache ich da extrem wenig. Wichtig ist, dass man die Leute erreicht, die Einfluss haben, die sich in dem Thema auskennen. Wenn man diese einfach anschreibt, braucht man in der Regel gar nicht nach Links fragen, die kommen dann oft von ganz alleine.

Aktives Link-Building ist mit Sicherheit kein Schwerpunkt bei mir, sondern es geht vor allem darum Inhalte so anzulegen, dass sie verlinkenswert sind.

Das ist, denke ich, ein ganz guter Ansatz bei Nischenseiten, wo es in der Vergangenheit oft nur sehr schlechte Inhalte gab. Google hat dem mit diversen Updates einen Riegel vorgeschoben. Mit minderwertigen Inhalten kommt man heute nicht mehr sehr weit.

Was hast du für die Nischenseiten-Challenge noch so vor?

13 Wochen sind schon extrem wenig, gerade wenn es um Google geht und man versucht mit Bildern irgendwas zu erreichen. Ich habe aber ein paar Ideen.

Ich will z.B. einen Bereichen anzulegen, wo ich Leute auffordern will ihre eigenen Mikroskope aus Kindheit oder Schulzeit zu fotografieren. Daraus soll eine kleine Galerie mit Mikroskopen entstehen.

Zudem will ich natürlich selber Bilder und Videos erstellen. Das Mikroskop von meinem Sohn ist leider schon ganz schön verbraucht.

Ich habe zudem Kontakt zu einem Anbieter von Digital-Mikroskopen, der mir eines kostenlos zum Testen zur Verfügung stellen will. Das kostet sonst 400-500 Euro.

Da kann ich dann sehr gut Bilder und vor allen Dingen auch Videos mit machen.

Ansonsten baue ich jetzt erst mal das Grundgerüst meiner Nischenwebsite. Später kümmere ich mich dann um die Optimierung und die Monetarisierung.

Danke Martin

für das Interview.

Nischen-Detektiv

WERBUNG

6 Gedanken zu „Nischenseiten-Tipps & Vorgehensweise – Interview mit Martin Mißfeldt Teil 2“

  1. Danke Martin für den Link zu deinem E-Book. Das kannte ich bisher nicht. Was mir neu ist, das es ein Rankingfaktor ist, wenn es mehrere Kopien vom Bild existieren. Danke auch dafür.

    Aus der NSC kann man nur lernen!

  2. Danke für diese interessanten Einblicke! Beim Thema „Bilder aus der Google-Bildersuche benutzen“ kam kam mir gleich wieder Folkert Knieper in Erinnerung.

    Wie machst du das mit den Bildkopien? Also dass ein Bild als Kopie erkannt wird? Gleicher Bildname, IPTC-Daten, oder einfach ein Link auf das Original-Bild?

    LG, Simone

    1. Zum ersten Absatz sage ich mal nix 🙂

      Zu den Kopien: das merkt Google von ganz alleine. Außerdem wandel ich auch Bilder ab und zu mal etwas um. Teilweise erkennt Google das dann als Kopien, teilweise ranken dann diese neuen Bilder zusätzlich. Schau mal nach „gleitsichtbrille“. Da habe ich 8 Bilder in den Top-20 🙂

  3. Was mich ja mal interessieren würde ist, ob Du, Martin, seit den Veränderungen der Google Bilder Suche (andere Verlinkung der Quellen) Auswirkungen spürst? Wurden Deine Bilder/Websites seitdem seltener über diese Quelle aufgerufen oder hat sich das nicht bemerkbar gemacht?

    1. Hi Tristan,
      nein, kaum. Die neue Bildersuche ist ja überall auf der Welt live, nur nicht in Deutschland. Daher gibt es hier praktisch keine Veränderung.
      Ich habe nur wenige, eher nebenbei laufende, englisch-sprachige Galerien, da ist der Traffic aber um gut 50% eingebrochen.
      Gruß, Martin

      1. Okay, Danke für Deine Antwort. Dann scheinen die Webmaster ja tatsächlich kaum von den angeblich zahlreich platzierten Links in der neuen Version (z.B. der Button „Seite aufrufen) zu profitieren.

Kommentare sind geschlossen.