Nischenfindung, öffentlicher Druck, Plugins und mehr – NSC-Interview Teil 1

Amazon Affiliate WordPress PluginWERBUNG

Im heutigen Interview spreche ich mit einem Teilnehmer der Nischenseiten-Challenge 2015 über seine Erfahrungen.

Dabei gibt es viele Praxis-Einblicke und Tipps für die eigene Nischenwebsite. So geht es unter anderem um die Nischenfindung und welche Fehler gemacht wurden.

Viel Spaß mit dem ersten Teil des umfangreichen Interviews. Der zweite Teil erscheint nächste Woche.

Bitte stell dich meinen Lesern kurz vor

Ich bin Roland der Miniteichmann, jenseits der 50 und seit 5 Jahren in Ostfriesland lebend. Ich gelte hier als bayrische Charmeoffensive und beharre weiterhin auf meine Semmeln. Eine Fernbeziehung wurde mit dem Umzug aus Bayern zu einer echten Beziehung.

Zeit ist mein natürlicher Gegner, bei genauerer Betrachtung ist es mein Zeitmanagement. Ich könnte hier wesentlich klüger vorgehen. Das beschreibt schon meinen Grundtypus – wenig Eigenstruktur und manchmal ist alles andere interessanter als die Aufgabe auf die man sich konzentrieren sollte.

So passiert es auch jedes Jahr, dass ich einen tollen Terminplaner kaufe, der dann spätestens ab Ende Februar von Notizzetteln abgelöst wird.

Werbung

Warum hast du an der Nischenseiten-Challenge teilgenommen?

An der Nischenseiten-Challenge habe ich aus mehreren Gründen teil genommen.

Im Grunde bin ich schon recht lange im Internet mit eigenen Projekten unterwegs und verdiene damit auch Geld. Es gibt aber Dinge, die ich nie richtig verstanden, angewendet oder erfahren habe, wie z.B. den Fokus auf Keywords zu legen und eine Seite daraufhin zu optimieren. Mit der Challenge wollte ich das einmal beispielhaft für mich umsetzen und gezielt verfolgen, was sich im Anschluss tut und welche Auswirkungen das hat.

Zudem, das muss ich ehrlich gestehen, habe ich zwar schon mal was von Nischenseite gehört, mich aber nie damit auseinander gesetzt was das genau ist.

Mir schien der Druck, den so eine öffentliche Challenge erzeugt, für mich und meine Persönlichkeitsstruktur ideal. Das Korsett der Challenge mit Zeitplan zwingt dazu am Thema zu bleiben und sich etwas einfallen zu lassen. Probleme vor sich herschieben, dafür bleibt gar keine Zeit.

Neben dem Druck Dinge zu erledigen und am Thema zu bleiben ist die öffentliche Bühne eine nicht zu unterschätzende Motivation das Beste zu geben. Die wöchentlichen Reports sind dabei der Dreh- und Angelpunkt. Zum einen will man den Mitlesern etwas zeigen und man erhofft sich Tipps, Kritik und natürlich auch Lob.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Mitstreiter und Leidensgenossen. Man ist in der gleichen Situation, kann voneinander lernen und motiviert sich gegenseitig. Die Hoffnung für mich war neben der Seite die entsteht ein Netzwerk, das im Anschluß entsteht und sich weiterhin austauscht und unterstützt.

Dann war natürlich die Idee mit einer Nischenseite Geld zu verdienen recht reizvoll. Selbst wenn das eigene Projekt möglicherweise nicht viel abwirft, so will ich nach der Challenge eine Idee davon bekommen haben ob und wie das funktioniert.

Mit der öffentlichen Teilnahme gibt man auch ein Versprechen ab. Das Versprechen an die Mitleser etwas auf die Beine zu stellen und es durchzuziehen. Neben der öffentlichen Bühne Nischenseiten-Guide habe ich auch die Leser auf meinem Blog mit eingebunden und eine ehemalige Teilnehmerin der letzten Challenge hatte auch ein Auge auf meine Seite.

Was die Challenge für mich nicht war ist das Messen und Einteilen nach Sieger und Verlierer. Jeder, der die Challenge für sich durchgezogen hat, ist in meinen Augen ein Gewinner.

Wie kamst du auf die Idee für deine Nische?

Die Nischenwahl war mit das schwierigste. Nach einer Vorauswahl hatte ich mehrere Themen zur Auswahl, von denen die ich auch in Zukunft gerne das eine oder andere umsetzen möchte.

Zu allererst durchstöberte ich mein Bücherregal. Im Anschluß ging ich in den Zeitschriftenhandel und durchstöberte die Regale nach Zeitschriften. Denn gibt es Zeitschriften, kann man auch immer etwas darüber schreiben.

Zu diesen Eindrücken gesellten sich Ideen aus der Vergangenheit, die man gerne umsetzen möchte, sowie der Blick in den eigenen Domainbestand. Letzteres war allerdings nur zur Ideenfindung gedacht, da ja bei der Challenge eine frische Domain an den Start sollte.

Ein weiterer Bereich sind die eigenen Probleme und Erfahrungen. Daraus ist auch die Idee der Nischenseite Miniteich entstanden. Wir haben einen großen Gartenteich. Eine permanentes Thema ist die Wasserqualität und die Algen. Beim Suchen über das Thema, in wie weit man das zur Nische ausbauen könnte, stolperte ich über den Begriff Miniteiche, den ich so bis dahin nicht kannte.

Hast du die Nische vorher analysiert? Wenn ja, wie?

Ich habe jede Nischenidee vorher analysiert. Der Rat ist ja der, dass man nicht einfach drauf loslegen sollte, sondern die Chancen sich vorher ansehen muss. Die Analyse ist das A und O, ansonsten kann es passieren, dass man mit der Nische nie erfolgreich wird und viel Zeit umsonst investiert hat.

Die Analysetools die ich verwendet habe sind die empfohlenen. Das wären Market Samurai* (dank Videoanleitung ein einfach zu bedienendes Tool), Google Trends und Adwords Planner. Dazu Tools um Synonyme zu ermitteln, nicht dass es andere Begriffe zum Thema gibt, die deutlich besser gesucht werden.

Die Analyseergebnisse habe ich auf ein selbst erstelltes Formular übertragen. So hatte ich dann für jede Nische einen Zettel mit Zahlen und Fakten vor mir liegen. Den einzelnen Analyseergebnissen habe ich Punkte vergeben. Zeigte zum Beispiel Google Trends nach oben, gab es mehr Punkte für diesen Bereich als wenn es umgekehrt wäre. Ein Saisonthema bekam Punktabzug.

So hatte ich am Ende für jede Nischenidee eine Punktzahl. Anhand dieser vergebenen Punktzahlen fiel die eine oder andere Nische wieder durch oder was zunächst im Bauchgefühl gut erschien, war auf einmal nach Faktenlage nicht mehr so attraktiv.

Letztendlich habe ich mich für die Miniteiche entschieden, weil es ein starkes Saisonthema für die Frühjahrsmonate ist. Das heißt, die Saison und die Challenge fielen zeitlich zusammen. Da ich Miniteiche sowieso umgesetzt hätte, war jetzt der beste Augenblick. Eine Umsetzung in den Sommermonaten mit Fertigstellung im Herbst könnte mangels Leser- und Kaufinteresse recht frustrierend sein. So dachte ich mir, versuche ich mit den Miniteichen noch etwas von der Saison mitzunehmen. So hat man noch Erfolgserlebnisse und kann ermessen, ob man auf dem richtigen Weg ist.

Die Miniteiche hatten als Nischenidee nach meinem System nicht die höchste Punktzahl, war aber nach meinem Analyseprozess unter den Top 5.

Wie sah die Planung deiner Nischenwebsite aus?

Das erste, was ich über eine Nischenseite wusste, ist die Definition, dass eine Nischenseite eher eine Produkt-, denn Informationsseite ist. Man erstellt also kein laufendes Projekt, sondern versucht auf kluge Weise Produkte und Produktvergleiche zu erstellen und den laufenden Aufwand so gering wie möglich zu halten.

Das ist mir mit dem Miniteich Ratgeber nicht gut gelungen, im Gegensatz zu dem einen oder anderen Mitbewerber, der direkt auf Kaufinteresse setzt und gleich auf Seite 1 mit Produktvorstellungen beginnt.

Längere Zeit habe ich mich mit dieser Definition abgequält und wollte der Nische diese Definition überstülpen. Doch das Thema ist im Grunde dafür nicht geeignet, dafür ist es zu breit gefächert. Aus der geplanten Nischenseite wurde eine Projektseite. Doch dieses zu erkennen und dann umzuschwenken ist ein Prozess, der nicht unbedingt geordnet verläuft. Man kann also weniger von Planung sprechen, als von Geburtswehen.

Aber auch dann habe ich einige Fehler gemacht. Ich habe versucht das Thema in den Griff zu bekommen, indem ich ein Menü erstellt habe auf dem dann die Inhalte folgen sollten. Im Grunde ein legitimes Vorgehen.

Google hat dann auch recht schnell die ersten Dinge im Index aufgenommen und das eine oder andere rankte sehr schnell recht gut. Nun stand ich vor einem anderen Problem, ich hatte mich sozusagen festgelegt, aber das Thema war noch gar nicht zur Gänze erfasst. So musste ich zusehen, dass ich die weiteren Bereiche die sich ergaben, irgendwie gut unterbringe.

Normalerweise hätte ich in dieser Phase ein Baustellenschild vor das Projekt gesetzt und in Ruhe gearbeitet. Da es aber eine Challenge ist, die man mitverfolgt, wollte ich das nicht tun.

Nein, von einer Planung kann man in mancher Hinsicht nicht sprechen. Da war einiges chaotisch, das ich bei der nächsten Seite anders machen würde. Allerdings bin ich auch nicht unglücklich darüber wie es gelaufen ist. So wie es ist, passt es dann doch recht gut.

Vieles läuft auch einen Zufallsstrang entlang, ist nicht geplant und fußt auf Bauchgefühl. Ich bezeichne das als meditatives Arbeiten. Für mich eine Art des Arbeitens, mit der ich in bestimmten Situationen gut zurecht komme. Häufig kann man nicht alles begründen, erweist sich aber zum Ende hin als glückliches Händchen. Nicht alles, aber doch recht oft.

Eine weiteres Merkmal von Nischenseiten ist per Definition die, dass man graphisch wenig Aufwand betreibt. Da bin ich anders und kann auch nicht aus meiner Haut. Zu aller erst benötige ich fast immer so etwas wie ein Logo. Ein Logo ist für mich die Geburt einer Sache, einer Idee, einer Unternehmung. Ohne diese Geburt ist es für mich schwer möglich ein Projekt zu erstellen.
Während andere bereits mit Struktur ihrer Nischenseite beschäftigt waren, habe ich noch am Logo und am Erscheinungsbild gearbeitet.

Das wichtigste Hilfsmittel, nicht nur in dieser Phase, ist Bleistift und Papier. Ein Collegeblock nur für dieses Projekt, dazu ein guter Bleistift. Das sind meine Tools, mit denen ich gut zurecht komme.

Ich habe auch FreeMind genutzt. Das war erstaunlich gut, allerdings der Umgang mit dem Programm ist eine eigene Sache. Beherrscht man das Programm samt Ausdruck, dann kann ich das nur empfehlen. Zur Planung und zur Übersicht eine feine Sache. Ersetzt aber nicht mein Papier und Bleistift.

Zusammenfassend kann man sagen: Von der großen anfänglichen Planung inklusive Zeitplan blieb unumstößlich der wöchentliche Bericht übrig. Für diese Berichte, die einen Tätigkeitsnachweis darstellen, musste Woche für Woche etwas sinnvolles getan werden.

Mit welcher Technik hast du deine Nischensite umgesetzt? Welche Plugins sind dir am wichtigsten?

Wie wohl die meisten habe ich auf WordPress gesetzt. Dazu habe ich das Theme twenty thirteen als Child Theme eingesetzt. Zwar hätte ich auch bezahlte Themes oder Plugins nutzen können auf die ich Zugriff habe, aber es sollte nichts kosten. Zudem habe ich, wie viele andere auch, bei deiner Werkzeugkoffer-kaufen.de Seite vom letzten Jahr abgeschaut.

Eine Auswahl der Plugins die ich verwende:

  • Ultimate shortcodes – Damit kann man innerhalb einer Seite oder eines Artikels eine Menge gestalten. Boxen, Tabs und Spalten zum Beispiel.
  • Table press – Das ulitmative Plugin für Tabellen.
  • Table of contents – Erzeugt ein Inhaltsverzeichnis zu jedem Artikel oder Seite.
  • Yoast Seo plugin – Allseits bekannt als SEO Plugin. Ich nutze auf einer anderen Seite auch das WP-SEO Plugin, aber es sollte kostenfrei bleiben.
  • Content aware sidebars – Damit kann man zu jeder Seite und zu jeder Kategorie individuelle Sidebars erstellen.
  • i Themes security – Vorher „Better WP Security“. Sorgt für umfassenden Schutz der Seite.
  • Remove widget titles – kann bei Bedarf die Überschrift eines Widgets verhindern.
  • BackWPup – Backup für die Website.

Und ein paar Optimierungstools für schnelles Laden der Seite.

Nicht mehr einsetzen würde ich Styles, ein Plugin um twenty thirteen zu stylen. Denn im Grunde kann ich CSS, dachte aber probiere es mal aus. Das Plugin ist nicht schlecht, aber nur dann zu empfehlen, wenn man nicht noch andere Templates testen will.

Man stößt auch auf Exotenplugins wie zum Beispiel „theme logo“, um ein Logo im Header von twenty thirteen unter zu bringen. Twenty thirteen ist dafür zunächst nicht ausgelegt. Doch schnell stellt man fest, dass das mit dem Logo kein gutes mobiles Verhalten an den Tag legt.

So geht es weiter

Im zweiten Teil des Interviews geht es nächste Woche unter anderem um die Layouterstellung, das Schreiben von Artikeln und die Entwicklung der Nischenwebsite.

Amazon Affiliate WordPress Plugin - Produktboxen + Bestseller-Listen für Blogs und Nischenseiten WERBUNG

4 Gedanken zu „Nischenfindung, öffentlicher Druck, Plugins und mehr – NSC-Interview Teil 1“

  1. Sehr gutes Interview! Und wie man Roland kennen und schätzen gelernt hat, wieder sehr ausführlich, detailiert und sehr informativ. Passt noch nicht mal in einen Bericht rein und wird gesplittet 😀 (y) . Muss wirklich sagen, Deine Miniteichseite sieht sehr gut aus und ist durchdacht. Besonders gut gefällt mir der immer wiederkehrende Frosch 🙂 Freue mich schon auf den nächsten Teil!

  2. Vielen Dank für den super interessanten Artikel. Die Plugins hören sich sehr interessant an. Die werde ich auf meiner Nischenseite gleich mal ausprobieren.

  3. Kann ich mich nur anschließen. Super interessant. Genau wie Deine Nischen- /Projektseite. =)

    Habe zwei Fragen zu „i Themes security“:

    1) Wie bist Du auf das Plugin gekommen, hast Du vorher verglichen?
    2) Was kann das Plugin besonders gut und kannst Du es weiterempfehlen?

  4. Hallo Thomas, Hallo Steffen,
    danke für eure Kommentare und für das lesen. 😉
    Besonders viel neues gibt mein Text ja nicht her. Zumal ich keine geheimen Kniffe angewendet habe und somit sich auch wenig neues offenbart.

    Steffen, dieses Plugin habe ich auf Empfehlung meines Hosters installiert. Meine Seite stand unter massiven Beschuß, Er sagte mir dass dieses Plugin mir den besten Schutz davor geben würde.

    Dieses Plugin hat sich ja schon lange bewährt und wurde nur in letzter Zeit von den Entwicklern umbenannt.

    jetzt bin ich gespannt was in Teil 2 kommt, weiß es selber schon nicht mehr. So kann man sich selbst überraschen 🙂

Kommentare sind geschlossen.